Wirkung verstehen
Entwicklungsgeschäfte verfolgen neben den reinen Gewinnzielen häufig weitere wichtige Ziele sozialer, ökologischer oder auch unternehmerischer Art, wie Reputation oder Mitarbeitermotivation. Diese Ziele werden zum einen durch interne Bedürfnisse und Erwartungen definiert, zum anderen durch die Erwartungen von Investoren, Regulierern und der interessierten Öffentlichkeit gesetzt. Für jeden Schritt in der Wirkungsanalyse stellen sich aufgrund der multiplen Ziele besondere Anforderungen.
Feststellen
Ein solides Verständnis der verschiedenen Auswirkungen, die ein Geschäft auf andere hat, ist wichtig, um Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen. Werden Drittparteien – zum Beispiel durch Umweltverschmutzung – durch das Geschäft belastet, kann dies zu Widerstand führen, der möglicherweise den Geschäftserfolg beeinträchtigt. Entstehen andererseits positive Effekte, können diese in die Wertschöpfung miteinbezogen werden und damit das Ergebnis verbessern. Zeigt die Feststellung etwa, dass das Geschäft einen Beitrag zur Reputation des Unternehmens leistet, kann dieser Effekt als eine Zielgröße in die Beobachtung aufgenommen werden.
Um sich ein umfassendes Bild von den diversen Wirkungen des Geschäftes zu machen, sollte die
Feststellung mit Blick auf folgende drei Dimensionen geschehen:
Die Wirkungen können systematisch in einer Tabelle festgehalten und charakterisiert werden. So entsteht eine umfassende Übersicht, die auch indirekte und nicht-intendierte Effekte ausweist, die ohne eine solche systematische Feststellung oft nicht erkannt werden.
Messen
Die Messung von Kennzahlen dient zum einen der internen Kontrolle und Steuerung des Projekterfolgs, zum anderen der externen Kommunikation an Investoren, Regulierer oder die interessierte Öffentlichkeit.
Es empfiehlt sich, zur Messung etablierte Indikatoren zu verwenden. So wird ein Projekt mit anderen vergleichbar. Um die vielschichtigen sozialen, ökonomischen und ökologischen Effekte von Entwicklungsgeschäften zu messen, gibt es mehrere Ansätze. Das Projekt Impact Reporting and Investment Standards (IRIS) mehrerer großer Sozialinvestoren erstellt derzeit eine Referenzliste von Indikatoren, die sich mittelfristig als allgemeiner Standard etablieren soll. Unternehmen, die mittels der Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI) berichten, können auch dort auf relevante Indikatoren zurückgreifen.
Vergleichen
Manchmal ist ein Vergleich der bestehenden und geplanten Wirkung verschiedener Entwicklungsgeschäfte unabdingbar. Wenn etwa Investoren oder die Unternehmensführung sich entscheiden müssen, welche Projekte sie fördern wollen, bedarf es dazu einer quantitativen Grundlage.
Projekte lassen sich am leichtesten anhand ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit vergleichen, ganz wie im normalen Geschäft. Häufig sind bei Entwicklungsgeschäften jedoch nicht-finanzielle Ziele den finanziellen gleichrangig. Um zu einer abschließenden Bewertung zu kommen, muss klar sein, wie diese Ziele zueinander gewichtet werden sollen.
Die Effekte können auch mit Geldwerten belegt werden, etwa indem man sie mit alternativ anfallendem Aufwand vergleicht, also zum Beispiel mit den Kosten einer Werbekampagne oder eines Mitarbeitertrainings. Zwar verschleiert ein solches Vorgehen eben jene ausdrückliche Gewichtung der Ziele. Doch kann die Angabe einer so berechneten umfassenden Kapitalrendite hilfreich für die effektive Kommunikation insbesondere innerhalb des Unternehmens sein.