Standardisierung und Übertragung
Für die Übertragung des Geschäftsmodells auf andere Länder gelten die gleichen Vorzeichen wie für die Skalierung:
Je standardisierter und vorrausetzungsärmer, desto einfacher ist die wiederholte Umsetzung in anderen Umgebungen. VisionSpring ist hier mit seinem „Business in a Bag“ das ideale Modell.
VisionSpring hat den Sprung in andere Länder geschafft, was bisher nur wenige Entwicklungsgeschäfte gelang. Dies mag zum einen daran liegen, dass Brillen überall auf der Welt praktisch gleich aussehen und genutzt werden. Mit Sicherheit aber liegt es an der klaren Systematik des Modells, dass sich leicht auch von anderen Organisationen umsetzen lässt.
Gründliche Auswahl des Ziellandes
Schon bei der Auswahl des Ziellandes sollte darauf geachtet werden, dass die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung gegeben sind. Dazu gehören förderliche Marktbedingungen, insbesondere das politische und rechtliche Umfeld.
Bei der Beurteilung dieser Faktoren helfen Analysen wie die „Doing Business“-Studien der Weltbank oder sektorale Ländervergleiche.
Effektiver ist jedoch häufig der Austausch mit Experten, etwa mit Mitarbeitern in den Ländergesellschaften, Mittlern, Exportberatungen oder auch Entwicklungsorganisationen. Und selbstverständlich müssen Grundaspekte des neuen Marktes wie Nachfrage und Wettbewerbsumfeld erhoben werden. Das Geschäftsmodell wird also wiederum über Markforschung, Modellentwicklung und Pilotierung auf den neuen Markt angepasst.
Wo es am besten geht
Einige Märkte bieten sich für Entwicklungsgeschäfte
besonders an. Dies zeigt auch die Häufung bestehender
Beispiele in einigen wenigen Ländern,
insbesondere Brasilien, Indien, Mexiko und Südafrika.
Die Autoren der Studie „Emerging Markets,
Emerging Models“ der Monitor Group halten Länder
mit den folgenden drei Eigenschaften für besonders
geeignet:
Große nationale Märkte: Indien ist an Bevölkerung
der größte Markt mit beinahe einer Milliarde Menschen,
die von weniger als 3.000 Dollar pro Jahr
leben. Generell bieten Länder mit einer großen
Bevölkerung mit niedrigem Einkommen mehr
Wachstumschancen, als solche mit einer geringen
und weit verstreuten Bevölkerung.
Eine halbwegs funktionierende Privatwirtschaft: Wo
ein förderlicher Rechtsrahmen besteht und es bereits
eine solide Landschaft kleiner und mittlerer
Unternehmen gibt, bestehen vermutliche gute
Bedingungen, um mit neuen Modellen zu experimentieren.
Auch ein aktiver informeller Sektor ist
ein gutes Zeichen: Menschen in Armut produzieren
also bereits Güter und Dienstleistungen und
sind auch in der Lage, für sie zu bezahlen.
Eine robuste Zivilgesellschaft: Entwicklungsorganisationen, Genossenschaften und andere zivilgesellschaftliche Gruppen sind wichtig als Partner und Experten beim Aufbau von Entwicklungsgeschäften. Darüber hinaus treiben sie selbst nicht selten Innovationen voran und finden neue Geschäftsmodelle
Internationale Partner
Ein internationaler Partner kann die Übertragung auf andere Länder erleichtern. Durch eine von Anfang an als international konzipierte Kooperation kann das Geschäftsmodell mit Blick auf eine mögliche Ausweitung auf andere Länder entwickelt und das Knowhow der lokalen Filialorganisationen mit einbezogen werden.