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Decoupling




Umwelt schützen, Zukunft sichern


Kakao ist die Grundlage der Schokoladenherstellung und damit des Geschäfts der Alfred Ritter GmbH & Co. KG. Die Kakaoproduktion befindet sich in einer ruinösen Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkender Qualität und steigender Umweltzerstörung. Ritter hat in Nicaragua ein Modell geschaffen, das diese Spirale umdreht: Durch nachhaltige Anbaumethoden wird der Wald geschützt, die Qualität steigt, die Bauern erhalten einen guten Preis und Ritter sichert dauerhaft die Beschaffung.




Wohlstandsgewinne von Ressourcenverbrauch entkoppeln


Zur Jahrtausendwende fand mit dem Millennium Ecosystem Assessment eine umfassende Betrachtung der Ökosysteme auf der Welt statt – mit beunruhigendem Ergebnis. In den letzten 50 Jahren haben die Menschen die betrachteten Ökosysteme schneller und umfassender verändert als jemals zuvor, vor allem, um die schnell wachsende Nachfrage nach Nahrung, Süßwasser, Holz, Naturfasern und Brennstoffen zu decken. 60 Prozent der weltweiten Ökosysteme sind geschwächt oder werden unnachhaltig genutzt. Bislang basieren wirtschaftliches Wachstum und Wohlfahrtsgewinne auf der zunehmenden Nutzung von Ressourcen, wie etwa die starke Korrelation von CO2- Ausstoß und Pro-Kopf-Einkommen zeigt. Diesen Zusammenhang gilt es zu entkoppeln. Mit Hilfe umweltschonender Technologien, Produkten und Prozessen muss mehr Lebensqualität für mehr Menschen mit weniger Ressourcen erreicht werden.



Menschen in Armut sind besonders von Ressourcenverbrauch betroffen



Umweltzerstörung trifft Menschen in Armut oft besonders hart. Einfache Häuser und Hütten schützen schlechter vor extremen Wetterereignissen infolge des Klimawandels, zu verseuchtem Trinkwasser gibt es keine Alternative, Bodenerosion und Trockenheit können für Kleinbauern den Verlust der Lebensgrundlage bedeuten.
Vielfach haben Menschen in Armut aber keine Alternative, als durch Übernutzung ihre eigene Umwelt zu zerstören. Zudem richtet die Auslagerung ressourcenintensiver und „schmutziger“ Produktionsschritte aus Industriestaaten Schäden in Entwicklungsländern an.



Entwicklungssprung dank Knowhow


Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum sind in vielen Bereichen führend bei umweltschonenden Technologien sowie ressourcensparenden Produkten und Prozessen. Sie können zum „Leapfrogging“ beitragen, also Entwicklungsländern ermöglichen, direkt bei modernen umweltschonenden Verfahren wie erneuerbaren Energien einzusteigen. Diese lassen sich in Entwicklungsländern teilweise leichter umsetzen als anderswo, weil dort noch keine Standards gesetzt sind, keine Produktionskapazitäten und Netze bestehen und weniger Gegeninteressen in Stellung gebracht werden. In Umweltschutz – etwa in erneuerbare Energien und Energieeffizienz – zu investieren, kann sich auch finanziell lohnen, angesichts weiter steigender Preise von Öl und Gas. In der Zulieferkette werden nachhaltige Prozesse für Unternehmen immer wichtiger, um Risiken für die Produktqualität, Liefersicherheit und Reputation zu verringern. Leapfrogging kann auch hier stattfinden. Statt kostenintensiver und umweltschädigender Methoden der industriellen Landwirtschaft können gleich solche der nachhaltigen Landwirtschaft genutzt werden. Ritter macht dies in Nicaragua erfolgreich vor.



Zukunftsfähige Modelle


Die Vorteile nachhaltiger Modelle werden in Zukunft noch deutlicher werden:

  • Politische Anreizsysteme auf nationaler und internationaler Ebene werden die Kosten für Umweltverbrauch weiter in die Höhe treiben und Beiträge zum Erhalt von Ökosystemen besser belohnen.
  • Gesellschaftlich wird sowohl Nachhaltigkeit zunehmend nachgefragt als auch schädliches Verhalten aufmerksamer beobachtet.
  • Der Wettbewerb um natürliche Rohstoffe treibt die Preise nach oben, wirkt sich negativ auf Qualität und Liefersicherheit aus.
  • Umweltschutz stützt damit auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit.




Weiterführende Literatur


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themen/decoupling.txt · Zuletzt geändert: 31/10/2009 15:21 von Admin_Emergia