Mehr als 30 Jahre marktwirtschaftliche Reformen haben China stark verändert. Die rasche Industrialisierung hat den Lebensstandard gehoben, gut ausgebaute Straßennetze haben die Infrastruktur verbessert. Trotz der wirtschaftlichen Erfolge leben weiterhin vier von fünf Chinesen von weniger als 3.000 Dollar im Jahr.
Die Regierung hat verschiedene staatliche Maßnahmen zur Armutsbekämpfung initiiert: Das Wirtschaftswachstum im Inland wird durch regionale Förderprogramme angeregt, und Konsum-Förderprogramme gewähren Bauern 10 bis 50 Prozent Rabatt auf Autos und elektrische Geräte. Die Abschaffung der Agrarsteuer 2006 verbesserte die Einkommenssituation der Bauern.
Die Kluft zwischen Stadt und Land ist eines der größten Hindernisse für eine ausgewogene Entwicklung der Volkswirtschaft. 560 Millionen Chinesen leben in der Stadt und 750 Millionen auf dem Land. In den Städten besuchen dreimal so viele Kinder weiterführende Schulen wie auf dem Land, beim Universitätsbesuch beträgt diese Quote sogar das 68-fache. 300 Millionen Chinesen auf dem Land haben kein sauberes Trinkwasser, das genossenschaftliche Gesundheitssystem versorgt nur rund 25 Prozent der ländlichen Gebiete.
Durch die rasche Industrialisierung sowie den Anstieg des individuellen Lebensstandards steigen der Energiebedarf und die Umweltverschmutzung in China ständig an. China ist zweitgrößter Emittent von Treibhausgasen, das Wasser in vielen Flüssen ist untrinkbar, die Böden sind ausgelaugt. Gerade die Kleinbauern haben mit diesen Folgen zu kämpfen.
Mehrere hundert Millionen Kleinbauern können Lebensmittelproduzenten als breite Lieferquelle dienen. Alle Dienstleistungen und Produkte, die die Produktivität der Bauern erhöhen, wie die Bereitstellung von Informationsdiensten oder robustem Saatgut, treffen auf einen großen Markt.
| Einwohnerzahl | 1,339 Mrd. (2009 gesch.) |
| Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen < 3.000 $ (in Kaufkraftparität) | 80,8 % (2005) |
| BIP (nominal) | 4,222 Bill. $ (2008 gesch.) |
| durchschnittliches BIP-Wachstum pro Jahr, 1997-2007 | 9,5 % |
| BIP / Kopf (nach Kaufkraftparität) | 6.000 $ (2008 gesch.) |
| Anteil der Einkommen < 3.000 $ (in Kaufkraftparität) am Gesamteinkommen | 55,2 % (2005) |
| Arbeitslosenquote | 4 % (2008 gesch.) |
| Gini-Koeffizient 2008 | 0,469 |
| HDI-Rang 2008 | 94 / 179 |
| CPI-Rang 2008 | 72 / 180 |
Quelle: IFC, WRI (2007), The Next 4 Billion
In China leben rund 1,1 Milliarden Menschen von einem Einkommen von weniger als 3.000 Dollar. China ist damit mit Indien der größte Markt für Entwicklungsgeschäfte, wobei die Armut sich vor allem in den nordwestlichen Provinzen sowie auf dem Land zeigt.
(Zu China enthält die Studie „The Next 4 Billion“ leider keine Daten.)
Bisher stammen Beispiele vor allem von chinesischen Konzernen.
| Name | Beschreibung | Website |
|---|---|---|
| BoP Learning Lab China | Vernetzung und Austausch mit dem China BoP Learning Lab an der Tsinghua Universität | www.johnson.cornell.edu/sge/programs/sgeichina.html |
| International Poverty Reduction Center China | Kooperation der Chinesischen Regierung mit UNDP, Weltbank, ADB, und DFID | www.iprcc.org.cn |
| New Ventures China | Teil des „New Ventures“-Programms des WRI, Inkubator und Beratung für Entwicklungsgeschäfte | www.new-ventures.org.cn |