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VisionSpring, Indien




Globale Verbreitung dank lokaler Kleinstunternehmer



Situation und Problemstellung

VisionSpring liefert Brillen für Arme – und das mit deren Hilfe. Das Sozialunternehmen hat ein Microfranchise-Modell entwickelt, in dem Kleinstunternehmern einfache Brillen verkaufen. Der Markt für diese Produkte ist groß: 400 Millionen Menschen könnten weltweit mit einer einfachen Brille ihre Sehkraft verbessern. VisionSpring hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Markt für sich zu erobern – und ist bereits in sechs Ländern tätig.
Wenn die Sehkraft nachlässt, wirkt sich das negativ auf die Produktivität und das Einkommen aus:
Weber können ihre Webstühle nicht mehr fachgerecht bedienen, Bauern das Saatgut nicht ausbringen, Kunsthandwerker ihre komplizierten Muster nicht herstellen. Das reißt oft die gesamte Familie in Armut.

Lösung

Dabei ist die Lösung oft einfach: eine Lesebrille. Lesebrillen gibt es in jedem deutschen Drogeriemarkt für wenige Euros. Doch in Entwicklungsländern fehlte bislang ein Vertriebssystem, das die Brillen auch in ländlichen Gegenden verfügbar machte.
VisionSpring hat ein System entwickelt, das nicht nur eine schnelle Verbreitung der Brillen erlaubt, sondern auch Einkommen für die Zielgruppe schafft. Mit dem „Business in a Bag’“ bekommen die Kleinstunternehmer alles, was sie brauchen, um Brillen zu vermarkten und zu verkaufen. In einem dreitägigen Training erfahren sie außerdem, wie man „Sehkampagnen“ in Dörfern durchführt, Brillen anpasst und verkauft und Patienten mit komplizierteren Sehproblemen an Kliniken verweist. Die Franchisenehmer bekommen die Ausstattung gestellt und zahlen die Brillen, sobald sie verkauft sind.

Das Modell ist so standardisiert, dass es weltweit übertragbar ist. 2001 wurde das Modell in Indien entwickelt. Bereits 2002 wurde es in El Salvador umgesetzt. Es folgten Guatemala (2004), Bangladesch und Mexiko (2006) und Ghana (2007). Weitere Pilotversuche in Venezuela und Nicaragua laufen seit 2006. Bis Ende 2006 hat VisionSpring allein in Indien mehr als 450 Kleinstunternehmer trainiert und 50.000 Brillen verkauft. Eine Brille kostet drei Dollar, davon geht ein Dollar an den Franchisenehmer, ein Dollar an VisionSpring und ein Dollar an den Hersteller.
Die Übertragung funktioniert über zwei Modelle:

  • In Indien und El Salvador unterhält VisionSpring sein eigenes Netzwerk von Franchisenehmern.
  • In den übrigen Ländern kooperiert das Unternehmen mit Partnern. Meist sind dies lokale Entwicklungsorganisationen. Sie erhalten praktisch das gesamte Geschäftsmodell, von den Verkaufssets bis zu Managementsystemen und fortlaufender Unterstützung.

In Bangladesch ist BRAC der Franchisepartner.

Ergebnis

Die größte Nichtregierungsorganisation der Welt ist in 80 Prozent aller Dörfer des Landes vertreten und erreicht damit 100 Millionen Menschen. Im Januar 2009 kamen die beiden Organisationen überein, alle 69.000 BRAC-Gesundheitshelfer mit dem VisionSpring-System auszubilden. Damit sollen bis 2012 13,8 Millionen Brillen im ländlichen Bangladesch verkauft werden.




Weiterführende Informationen


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fallbeispiele/visionspring_indien.txt · Zuletzt geändert: 01/11/2009 18:02 von Admin_Emergia