Situation und Problemstellung
Rund 800 Millionen Inder leben in ländlichen Gegenden, die meisten davon als Kleinbauern. Beim Verkauf ihrer Produkte hatten sie bislang kaum Kontrolle über den Preis, waren von Mittelsmännern oder Auktionspreisen abhängig. Die Internet-Kioske „e-Choupals“ der Firma ITC lösen dieses Problem für mittlerweile über 4 Millionen Bauern.
Lösung
ITC Limited ist ein indischer Handelskonzern, unter anderem für Lebensmittel. 1999 begann das Unternehmen, landwirtschaftliche Produkte direkt von den Bauern einzukaufen, um so Kosten und Handelszeiten zu sparen. Dazu stattete es Bauern mit einem Internetzugang aus, über den sie Preise recherchieren, Waren an ITC verkaufen und Saatgut oder Dünger ordern können. Sie erhalten so Preiskontrolle, bessere Verkaufspreise und Mengenrabatte. Der direkte Verkaufsweg begünstigt damit Unternehmen wie Bauern.
Nach erfolgreicher Umsetzung ging es um die flächendeckende Verbreitung des Systems. Dazu wählt ITC pro Gebiet eine zentrale Farm, auf der ein Computer mit Internetzugang installiert wird. Der jeweilige Besitzer ist Ansprechpartner von ITC und verpflichtet sich öffentlich, seine Aufgaben verlässlich einzuhalten. Die Stationen sind Anlaufpunkt für Bauern im Umkreis von 5 Kilometern. Für jeweils 40 e-Choupals wird zudem ein „ITC Hub“ errichtet, ein physischer Umschlagplatz für Ein- und Verkäufe.
Ergebnis
Bis Anfang 2008 hatte ITC so 6.500 e-Choupals in Betrieb genommen und erreichte damit 40.000 Dörfer. Mittlerweile dient das Netzwerk als Kanal für den Handel aller möglichen Produkte und Dienstleistungen von Sparkonten bis zur Gesundheitsversorgung. Ziel ist es, bis zum Jahr 2012 100.000 Dörfer eingebunden zu haben und 20 bis 30 Prozent des dörflichen Wirtschaftens über diese Plattform laufen zu lassen.