Situation und Problemstellung
In Ghana haben nur rund 26 Prozent der Einwohner ein Bankkonto. Der Großteil der Bevölkerung hat somit keinen Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen wie Krediten oder Sparkonten, obwohl gerade kleine Gewerbetreibende diese dringend benötigen. Um die Nachfrage zu decken, hat sich in Westafrika über die letzten 300 Jahre ein Netzwerk von informellen Geldeinsammlern und -verleihern entwickelt, die „Susu“ genannt werden. Diese Dienstleister besuchen täglich ihre 400 bis 1.500 Kunden, sammeln die kleinen Sparbeträge ein oder zahlen das gesparte Geld wieder aus. Susus fungieren als Bank der Armen, jedoch mit wenig Spielraum, Kredite zu vergeben, und immer mit dem Risiko, ausgeraubt zu werden.
Die Barclays Bank ist bereits seit 1917 in Ghana tätig. Die meisten Kunden der Bank kommen aus der oberen Mittelklasse. Die Bank hatte mehrfach erfolglos versucht, Kunden mit niedrigem Einkommen anzusprechen. Daher beschloss Barclays, mit den Susu zu kooperieren.
Diese kennen die lokalen Gewerbetreibenden und deren finanzielle Lage und sind täglich bei den Kunden.
Lösung
Gemeinsam mit den Susu entwickelte Barclays ein Programm, das folgende Teile enthält:
Ergebnis
Durch die Kooperation mit Barclays können inzwischen rund 1.500 Susu ihren Kunden bessere Dienstleistungen anbieten. Barclays bekommt so Zugang zu kleinen Gewerbetreibenden. Diese können durch den Zugang zu Krediten in Zukunft einfacher wachsen und zu größeren Kunden avancieren.