Der Markt für „Wohnen und Bauen“ am Sockel der globalen Einkommenspyramide konzentriert sich auf die Städte. In den rasch wachsenden Metropolen der südlichen Erdkugel entstehen immer mehr Armenviertel. Die Häuser werden in der Regel in Eigenleistung gebaut, der Fortschritt der Baustellen hängt vom (unregelmäßigen) Einkommensfluss der Familien ab.
Investitionen in die Qualität beim Hausbau werden wegen des mangelnden rechtlichen Status vermieden – wird ein Slum von öffentlicher Seite „bereinigt“, kann das Haus von einem Tag auf den anderen abgerissen werden. Die schlechte Bausubstanz aber erhöht das Risiko, sein Eigentum bei einem Unwetter zu verlieren. Dieses Risiko nimmt mit dem Klimawandel zu. Zahlreiche Menschen am Sockel der Einkommenspyramide haben in der Bauwirtschaft ihren Arbeitsplatz.
Für ihr Haus und das Land, auf dem es steht, haben Menschen in Armut oft keinen offiziellen Eigentumsnachweis. Daher können sie die Immobilien nicht verkaufen oder bewegen sich auf einem Graumarkt, der nur schlechte Verkaufspreise bietet. Immobilien sind damit „totes Kapital”. Auch der Anschluss an kommunale Dienste wie Strom oder Wasser ist häufig nicht möglich, weil die Anbieter einen solchen formellen Nachweis der Existenz der Häuser fordern.