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Lebensmittel- und Landwirtschaft




Überblick


Die Lebensmittelbranche ist auf zwei Ebenen für Entwicklungsgeschäfte interessant: Sowohl auf der Konsumenten- als auch auf der Produzentenseite können Menschen mit geringem Einkommen in Wertschöpfungsketten eingebunden werden.



Marktgröße


Quelle: IFC, WRI (2007), The Next 4 Billion




Poverty Penalty


In armen Haushalten stellen günstige Kohlehydrate wie Getreide und Zucker einen großen Teil der Ernährung dar. Eine ausgewogene Ernährung aus Obst und Gemüse, Milchprodukten und Fisch oder Fleisch ist selten gegeben. Die daraus resultierende Mangelernährung wirkt sich nachteilig auf die Entwicklung und das Wachstum von Kindern aus, was die Armut häufig betoniert. Die Produzentenseite zeichnet sich durch geringe Produktivität sowie schlechtes Risikomanagement aus. Kleinbauern haben selten Zugang zu hochwertigem Saatgut, Überbrückungskrediten oder Bewässerungsanlagen und verkaufen ihre Produkte auf Grund fehlender Marktübersicht zu schlechten Preisen an Mittelsmänner. Risiken wie Ernteausfälle oder Arbeitsunfähigkeit können aus eigener Kraft nicht aufgefangen werden und bedrohen somit die Existenz der Familien.



Lösungen


Auf Konsumentenseite:

  • Die Entwicklung von mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherten und trotzdem günstigen Lebensmitteln beseitigt die Mangelernährung.
  • Häufig werden Lebensmittel in Portionspackungen (Sachets) verkauft, damit von dem geringen Haushaltseinkommen nicht zu viel in Vorräten gebunden wird.

Auf Produzentenseite:

  • Die Entwicklung von besseren Produktionsfaktoren, wie etwa widerstandsfähigem Saatgut oder Bewässerungsanlagen. Der Zugang zu diesen Materialien kann durch den Aufbau von regionalen Vertriebsnetzen und die Bereitstellung von Mikrokrediten gewährleistet werden.
  • Trainings zur effektiven Nutzung produktiver Methoden und Produkte.
  • Zur Verbesserung der Vermarktungschancen für Kleinbauern können der Aufbau von Genossenschaften, der Zugang zu Krediten, die Bereitstellung von internet- oder mobilfunkgestützten Informationsdiensten und die Herstellung direkter Handelsbeziehungen dienen. Besonders der faire Handel nutzt diese Elemente effektiv.
  • Ernte- und Sachversicherungen erleichtern Kleinbauern das Risikomanagement.




Beispiele


  • Fairer Handel verwendet Instrumente wie Prämienpreise, Organisation in Genossenschaften, Zugang zu Finanzierung und Trainings und öffnet so Exportmärkte für Kleinbauern zu guten Konditionen. 1,5 Millionen Bauern und Arbeiter profitieren bereits von der Teilnahme am fairen Handel. Der Gesamtumsatz mit zertifizierten Produkten betrug 2007 2,4 Milliarden Euro.
  • In Bangladesch vertreibt ein Frauen-Microfranchise-Netzwerk einen von der Grameen-Stiftung und Danone entwickelten mit Nährstoffen angereicherten Joghurt in städtischen Armengebieten und Dörfern im Haustürverkauf.


Weitere Beispiele:

Natura, Ritter, Tiviski, SAFO, ATOS und ITC e-Choupal.




Weiterführende Informationen


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branchen/lebensmittel-_und_landwirtschaft.txt · Zuletzt geändert: 02/11/2009 11:00 von Admin_Emergia