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Gesundheit




Überblick


Die medizinische Versorgung ist in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern mangelhaft, und wirkungsvolle Medikamente sowie ärztliche Behandlungen sind für Arme oft nicht erschwinglich. Häufig wird von Armen kein Arzt konsultiert: Selbstmedikation ist typisch. Häufigste Krankheiten und Todesursache bei Menschen in Armut sind Infektionskrankheiten wie Durchfall, Malaria, Komplikationen bei Schwangerschaften und gerade auf dem afrikanischen Kontinent HIV/AIDS. Große Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung sind die mangelnde Hygiene, die schlechten Unterkünfte und geringes Wissen über die Ursachen und Übertragung von Krankheiten. Als Zulieferer können gerade Menschen im ländlichen Raum Rohstoffe für die Medikamentenherstellung gewinnen.



Marktgröße


Quelle: IFC, WRI (2007), The Next 4 Billion



Poverty Penalty


Erkrankungen werden oft nicht behandelt und führen damit zu Arbeitsunfähigkeit oder gar zum Tod. Beispiele sind die Augenkrankheit Grauer Star, die ohne Behandlung zur Erblindung führt, oder HIV/AIDS, dessen Ausbruch mit Medikamenten verlangsamt werden kann. Gerade in ländlichen Gegenden gibt es nicht genügend Ärzte und Apotheken. Einrichtungen der staatlichen Gesundheitsversorgung sind oft schlecht besetzt. Tagelange Reisen in das nächste Krankenhaus und stationäre Aufenthalte an heimatfernen Orten können sich viele Familien nicht leisten. Wenn sie unabdinglich sind, stürzen hohe Kosten Familien nicht selten in bittere Armut.



Lösungen


  • Microfranchise-Systeme können das Angebot mit einfacher medizinischer Versorgung und Beratung schnell verbreiten und bieten Einkommenschancen.
  • Die Produktion von günstigen Medikamenten oder die Vergabe von Lizenzen an Generikahersteller verbessert den Zugang zu medizinischer Versorgung.
  • Die Einbindung von lokalem, medizinisch geschultem Personal oder lokalen Entwicklungsorganisationen für Voruntersuchten hilft, die Reichweite zu erhöhen. Zusammen mit Telemedizin-Lösungen kann so auch hochwertige Beratung vor Ort geboten werden.
  • Mobile Versorgung mit Klinikbussen erreicht Menschen in entlegenen Gegenden.
  • Mikro-Krankenversicherungen ermöglichen den Zugang zur Gesundheitsversorgung und schützen vor Verarmung.




Beispiele


  • In Kenia hat CFW ein Netzwerk an Franchise-Shops aufgebaut, das von lokalen Krankenschwestern betrieben wird und günstige Medikamente und Produkte wie Malarianetze verkauft.
  • Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat die Patente auf seine Forschungsergebnisse zu den „neglected diseases“ wie Tuberkulose, Malaria und Lepra in einem Pool veröffentlicht. Es lohnte sich bisher nicht, Medikamente zur Bekämpfung dieser Krankheiten zu entwickeln, da die Kunden nicht kaufkräftig sind. Durch den offenen Patentpool können Medikamente zu einem Bruchteil der Kosten entwickelt werden.
  • Siemens Indien produziert mobile Klinikeinheiten. In „Medical Camps“ werden Menschen vor Ort untersucht und behandelt. Seit 2002 wurden mehr als 800 „Medical Camps“ aufgeschlagen und insgesamt 60.000 Patienten versorgt.


Weitere Beispiele:
SAFO, ATOS, Allianz, Aravind und VisionSpring.




Weiterführende Informationen


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branchen/gesundheit.txt · Zuletzt geändert: 01/11/2009 17:50 von Admin_Emergia