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Energie




Überblick


1,6 Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen Strom. Energie zum Kochen, Heizen, zum Antrieb von Maschinen und zur Lichterzeugung gewinnen sie aus Benzin, Gas, Holz oder Batterien. Brennstoffe wie Petroleum sind nicht nur ineffizient und teuer, sondern auch schädlich für Gesundheit und Umwelt. Am schlechtesten ist die Energieversorgung in Afrika, wo in Ländern wie Ruanda oder Uganda in ländlichen Gegenden der Anteil der Haushalte mit Stromanschluss unter 10 Prozent liegt.



Marktgröße


Quelle: IFC, WRI (2007), The Next 4 Billion




Poverty Penalty


Für die 1,6 Milliarden Menschen ohne Strom sind Maschinen und moderne Kommunikationsmittel nutzlos, mühsames Holzsammeln frisst potentielle Zeit für Arbeit oder Schulbesuche. Wenn Petroleum oder Holz in Innenräumen verbrannt werden, entsteht schädlicher Rauch. 1,6 Millionen Menschen sterben laut WHO jährlich an den Folgen dieser Zustände. Zudem ist die Feuer- und Verletzungsgefahr erheblich.
Auch die Umwelt wird durch den CO2-Ausstoß belastet. Im Vergleich zu Strom aus dem Netz sind die verfügbaren Energielösungen erheblich teurer. In Bangladesch kostet in netzfernen Gebieten die Nutzung von Energie (Kerosin, Batterien etc.) umgerechnet 1,60 EUR pro Kilowattstunde, also 10-mal mehr, als ein Privatverbraucher in Deutschland für Strom bezahlt. Viele Haushalte geben bis zu 50 Prozent ihres monetären Einkommens für Energie aus.



Lösungen


  • Energieeffiziente Produkte wie etwa verbesserte Herde oder CFL- bzw. LED-Lampen sind gut für die Umwelt und sparen Geld.
  • Eine dezentrale Stromversorgung kann durch Insellösungen mit Strom aus Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse gewährleistet werden. Notwendige Investitionen können durch Kopplung mit Finanzierungslösungen erleichtert werden.
  • Die Rechnungsstellung bei der Stromversorgung von urbanen Armenvierteln kann mit Lösungen wie gemeinschaftliche Stromzähler und Smart Cards bewältigt werden.
  • Da der Markt für Biokraftstoff wächst, entstehen für Menschen im ländlichen Raum Einkommenschancen aus dem Verkauf von Zucker-, Stärke- und Ölpflanzen. Der Eigenverbrauch von Biomasse zur Energiegewinnung senkt Ausgaben.
  • CO2-Einsparungen durch energieeffiziente Produkte und Energieproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen können über Zertifikate im Emissionshandel verkauft werden.




Beispiele


  • Das Aprovecho Research Center (USA) hat in Kooperation mit dem Hersteller Shengzhou Stove Manufacturer (China) einen Herd entwickelt, der 40 bis 50 % des Holz- bzw. Kohleeinsatzes einspart und bis zu 70 % der Abgase mindert. Als Massenprodukt wird er sehr günstig vertrieben.
  • Osram hat in Kenia solarbetriebene Strom-Kioske eröffnet. An den OSRAM O-HUBs können akkubetriebene Osram-Energiesparlampen, aber auch Handys und Radios kostengünstig aufgeladen werden.
  • Mit dem Solar-Home-System zeigt das bengalische Unternehmen Grameen Shakti, wie man in ländlichen Regionen erfolgreich Hochtechnologie vertreiben kann. Über 220.000 Systeme wurden zum Teil selbst hergestellt und mit Hilfe von Mikrofinanzierung verkauft.

Weitere Beispiele:

INENSUS Senegal, MicroEnergy International, D. Light Design, und BSH Protos



Weiterführende Informationen


  • K. Knecht (1996) „Probleme der Förderung von Solarenergie-Technologien in Entwicklungsländern.“ In: Hein, W. (Hrsg.): Umweltorientierte Entwicklungspolitik, Hamburg (Schriften des Deutschen Übersee-Instituts Hamburg, Band 14).

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branchen/energie.txt · Zuletzt geändert: 02/11/2009 11:00 von Admin_Emergia